Die wichtigsten Wasserwerte und Tests für Meerwasseraquarien

Damit Fische gesundbleiben und Korallen gut wachsen und gedeihen, ist es in der Meerwasseraquaristik erforderlich die Wasserwerte stets gut im Auge zu behalten.

Die richtigen Wasserwerte im Aquarium hängen vom Fischbesatz, den vorhandenen Algen und Korallen ab. Auch wenn das Wasser sauber aussieht, kann es stark belastet sein. Bei ungünstigen Werten können sich Krankheiten oder Algenplagen bilden. Für ein gesundes Aquarium ist eine regelmäßige Kontrolle der wichtigsten Wasserwerte unbedingt erforderlich.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen grundlegende Wasserwerte und deren Tests etwas näher vorstellen. Wie und womit Sie nach der Feststellung ungünstiger Wasserwerte korrigierend eingreifen können, werden wir Ihnen in weiteren separaten Beiträgen vorstellen.

Die wichtigsten Wassertests in der Meerwasseraquaristik:

pH-Test – Zur Bestimmung des pH-Wertes im Meerwasseraquarium (Säuregrad)

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch (alkalisch) ein Wasser ist. Reines Wasser reagiert bei einem Test neutral und hat immer einen pH-Wert von 7.  Überwiegen die sauren Bestandteile, sinkt der pH-Wert (pH < 7), überwiegen die basischen Komponenten, steigt der pH-Wert (pH > 7).

Der optimale pH-Wert im Meerwasseraquarium sollte zwischen 7,5 – 8,4 liegen. Dieser Wert entspricht den natürlichen Verhältnissen in unseren Ozeanen.

Zum besseren Verständnis nachfolgende Beispiele für sauer und basisch:

  • Zitronensaft hat einen durchschnittlichen pH-Wert von 2,4 (sehr sauer)
  •  reines Wasser einen pH-Wert von 7,0 (neutral)
  • Seife hat einen durchschnittlichen pH-Wert von 9,0-10,0 (basisch)

Unser Besatz im Aquarium reagiert sehr sensibel auf starke Schwankungen des pH-Wertes,  weshalb Sie starke Schwankungen im Aquarium unbedingt vermeiden müssen. Sie können solche Schwankungen, sowie ein zu starkes Absinken oder Ansteigen nur durch eine regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes erkennen. Deshalb ist die regelmäßige Bestimmung des pH-Wertes eine grundlegende Aufgabe des Meerwasseraquarianers.

 

KH -Test – Zur Bestimmung der Karbonathärte (KH)

Die Karbonathärte (°dH) ist die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des pH-Wertes des Wassers. Deshalb bezeichnet man die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des pH-Wertes auch als Pufferfähigkeit.

Die Angabe für die Karbonathärte erfolgt in Grad deutscher Härte (°dH).

Im Meerwasseraquarium sollte die Karbonathärte zwischen 6 und 9 °dH liegen.

Bei einer zu geringen Karbonathärte kann es zu einem zu starken Absinken des pH-Wertes kommen, für Fische und Wirbellose lebensbedrohlich sein kann. Über diese Situation eines solchen „Säuresturzes“ haben Sie bestimmt schön öfters gelesen. Ein Säuresturz ist unbedingt zu vermeiden. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich.

Die Devise viel hilft viel, ist aber an dieser Stelle unangebracht, denn eine zu hohe Karbonathärte im Meerwasseraquarium führt zu Kalkausfällungen und kann einen negativen Einfluß auf das Wachstum Ihrer Korallen haben.

 

Nitrit/Nitrat-Test – Zur Bestimmung der Nitrit-Konzentration (NO2) – und der Nitrat-Konzentration (NO3)

Nitrit-Ionen (NO2) und Nitrat-Ionen (NO3) entstehen im sogenannten Nitrifikationsprozess aus Ammonium (NH4).

Der Nitrifikationsprozess verläuft in zwei Stufen:

  1. Im bakteriellen Prozess entsteht Nitrit.
  2. Das Nitrit wird zu Nitrat umgesetzt.

Erhöhte Nitrat-Konzentrationen führen zu Wachstumsproblemen bei empfindlichen Korallen. Außerdem fördern sie das starke Wachstum von Algenaufwuchs. Zu hohe Nitrat-Werte können Algenplagen stark begünstigen.

Daher sollten die Nitrit- und die Nitrat-Konzentrationen des Aquarienwassers regelmäßig überprüft werden.

Nitrit sollte im Meerwasseraquarium unter 0,2 mg/l liegen.

Nitrat-Konzentrationen nicht über 20 mg/l liegen.

Wenn Sie Steinkorallen halten, sind die Nitratgehalte unter einem Wert von 10 mg/l anzustreben. Die Untergrenzen für Nitrat sind wie bei vielen Dingen in der Meerwasseraquaristik vom individuellen Besatz und den speziellen Bedingungen in Ihrem Aquarium abhängig.

 

Phosphat-Test (PO4) – Zur Bestimmung der Phosphat-Konzentration

Phosphate sind wichtige Nährstoffe aller Pflanzen und unersetzlich für den Energiestoffwechsel. Ein Gleichgewicht zwischen Phosphat-Entstehung und dem Verbrauch wäre der Idealfall, was aber wohl den wenigstens von uns Aquarianern gelingt.

In unseren Aquarien kann es durch verschiedene Ursachen mit der Zeit zu einem stetigen Anstieg des Phosphatgehaltes kommen. Prinzipiell wird so ein Anstieg durch Zersetzungsprozesse organischen Materials verursacht. Ein Ursache ist oft die viel zu reichliche Fütterung, sowie ein besonders hoher Fischbesatz. Die damit vermehrten Ausscheidungen belasten zunehmend das Wasser. Zusätzlich können Phosphate in Meerwasseraquarien die Ausscheidung von Calciumcarbonat zum Aufbau des Kalkskelettes bei Steinkorallen erschweren. Das führt zu Wachstumsproblemen bei Korallem.

Sogenannte Phosphat-Depots durch verrottende organische Substanzen sind unbedingt zu vermeiden. Diese sammeln sich mit der Zeit an schlecht umströmten, schwer zugänglichen Bereichen im Aquarium.

Zu hohe Phosphatwerte sind oft eine wesentliche Ursache für vermehrtes unerwünschtes Algenwachstum und deshalb zu vermeiden.

Aber auch zu niedrige Werte können auftreten. Sie entstehen durch einen sehr dichten Korallenbesatz und gleichzeitig die Haltung von sehr wenigen Fischen.

Im Meer liegt der Phosphatgehalt im Allgemeinen bei ca. 0,06 mg/l. In Korallenriffen bei 0,01 – 0,02 mg/l.  Wie Sie an den unterschiedlichen Werten in der Natur sehen, hängt der angestrebte Phosphatwert von Ihrem individuellen Besatz ab. SPS-Korallen aus nährstoffarmen, gut umspülten Riffen verlangen deshalb viel geringere Phosphat-Werte, als ein Becken mit LPS- oder Weichkorallen bzw. Mischbecken.

Geben Sie unerwünschten Algenbewuchs keine Chance und entziehen Sie ihnen die Nahrung! Messen Sie regelmäßig die Phosphat-Konzentration in Ihrem Becken, um gezielt Maßnahmen ergreifen zu können.

 

Ammonium/Ammoniak-Test – Zur Bestimmung der Ammonium- und Ammoniak-Konzentration

Stickstoff aus Futterresten und organischen Abfällen wird durch Bakterien in Ammonium (NH4) umgewandelt.

Hat Ihr Aquarienwasser einen pH-Wert kleiner als 7 dominieren die weitgehend unbedenklichen Ammonium-Ionen. Weist das Wasser pH-Werte größer 7 auf, entsteht zunehmend gefährliches Ammoniak. Ammoniak ist deshalb gefährlich, weil es die Atmung beeinträchtigt und deshalb negative Auswirkungen auf die Gesundheit Ihrer Fische hat.

Nitrifizierende Bakterien wandeln In gut eingefahrenen Aquarien Ammonium recht schnell über die bereits erläuterten Nitrifizierungsstufen zu Nitrat um.  Fehlen ausreichende nitrifizierende Bakterien kann der Mangel schnell negative Auswirkungen zeigen.

Überprüfen Sie deshalb besonders in der Anfangsphase diese Werte in Ihrem Aquarium.

 

Calcium – Magnesium – Zur hochpräzisen Bestimmung der Calcium- und Magnesium-Konzentration

Calcium und Magnesium sind für alle Meeresorganismen, die ein Kalkskelett besitzen wichtig. Sie spielen für das Wachstum von Steinkorallen und Kalkrotalgen eine wichtige Rolle, denn Caclium und Magnesium bilden die Grundbausteine ihres Kalkskeletts.  Beim Wachstum werden beide Komponenten verbraucht und müssen nachdosiert werden.

Der Calciumgehalt sollte bei 400-410 mg/l und der Magnesiumgehalt bei 1280-1320 mg/l liegen.

Für gesunde und dauerhaft schön wachsende Korallen ist es deshalb erforderlich beide Werte regelmäßige zu analysieren und bei Bedarf in der optimalen Menge nachzudosieren.

 

Die Hersteller machen es uns Aquarianern recht einfach. Die Tests sind sehr gut verständlich und unkompliziert durchzuführen. Alle erforderlichen Reagenzien und Materialien, sowie einfache und gut verständliche Beschreibungen liegen den Produkten bei. Ein spezielles Wissen ist deshalb nicht erforderlich. Also haben Sie keine Scheu. Wassertests sind notwendig und für jederman durchführbar!

 

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